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Archive for November, 2007

e-learning

Bevor e-learning attraktiv wurde, gab es Methooden, wie das Lernen von CD-ROM- Materialien oder Audiokassetten, das Lernen von Bildungssendungen im Fernsehen und das Selbststudium.
Der Begriff “e-learning” ist Ende 2000 im deutschen und internationalen Umfeld bekannt geworden. Er bezeichnet nach einer Definition von M. Kerres Lernformen, die digitale (maschinenlesbare, elektronisch vom Computer verarbeitete) Medien zum Lernen, Kommunizieren und Austausch von Lerninformationen nutzen. Die Be- bzw. Verarbeitung, Aufzeichnung, Speicherung, Anwendung und Präsentation von Lernstoff erfolgt über digitale Netzwerke.
Besondere Merkmale von e-learning Prozessen sind die interaktive und multimediale Form des Austausches der Lerninhalte und die netzbasierte lernbegleitende Kommunikation im Lernprozess. Oft wird e-learning durch einen Tutor begleitet und dieser unterstützt die Lernenden über das Internet oder andere digitale Medienformen. “Online-Lernen”, “Computer Based Training” oder “multimediales Lernen” und “Open and Distance Learning” sind synonyme Begriffe zum e-learning.
E-learning ist aus mehreren Teilsystemen aufgebaut, die miteinander interagieren. So gibt es den Lernenden, die Technologie (z.B. Plattformen), die Inhalte und Lernumgebungen und den Vermittler bzw. Betreuer (z.B. Lehrer, Dozent, Tutor oder Autor).
Für Lernende hat e-learning Vorteile wie die flexiblere Gestaltbarkeit des Lernortes, der Zeit, der Dauer und auch der Lerninhalte und Wege gegenüber den Vorläufermethoden.
Durch Verwendung von Animationen, Simulationen und Visualisierungen ist der Lernstoff einprägsamer und kann leichter erlernt werden. Praxisbezug kann z.B. über wirklichkeitsnahe und interaktive Übungsumgebungen hergestellt werden und durch Foren und Plattformen ist der schnelle Austausch unter den Lernenden gegeben. Den Organisatoren von e-learning Projekten ist eine schnelle lokal unbegrenzte Verteilung der Lehrangebote möglich und eine kosteneffiziente Aktualisierung der Inhalte.
Bei der Weiterbildung entfallen Reisekosten und die Lerninhalte können, wenn sie aktualisiert sind weiterverwendet und ohne großen Aufwand abgeändert werden.
Die Nachteile sind, dass die beobachtbare zwischenmenschliche Kommunikation verlorengeht und Phänomene wie Gruppendynamik, Dialog, Verständnisbestätigung oder schnelle Mißverständnisaufklärung vollkommmen fehlen und persönliche Kompetenzen sowohl der Lernenden als auch der Lehrenden, die über den Schreib/Lese/Lernkontext hinausgehen nicht bemerkt werden und somit wichtige Potentiale nicht gefördert und erkannt bzw. genutzt werden.
Außerdem ist die “Technikaffinität” trotz Training nicht unbedingt bei jedem Mitarbeiter gegeben.
Von der Technologie her kann man bei e-learning zwischen:
1)Autorenwerkzeugen (Spezialprogramme für die e-learning Format-herstellung [CD,Web,Grafiken,Animationen,Audio-Videosequenzen], Möglichkeiten eine größere Anzahl von Online-Kursen (Learning-Content-Management-Systeme/LCMS) zu managen und 2) Lernplattformen (Learning Management Systeme/LMS-Plattformen) unterscheiden.
Die Lernplattformen sind auf dem Nutzer-Anbieter-Modell basierende Softwarearchitekturen, die viele aufgabenspezifischen Teilprogramme unter einer Oberfläche integrieren. Damit werden komplexe Aufgaben von e-learning-Szenarien ermöglicht, die durch den Manager, Systemadministrator, Autor und Tutor sowie Lernenden genutz werden.
Formen von e-learning können sein:
-e-learning Communities (gleiche Ziele,Interessen,Inhalte der Gruppe)
-virtuelle Klassenzimmer
-blendet learning (Komposition aus Präsenzveranstaltung und e-learning)
-Computer-Supported Cooperative Learning (CSCL, computerunterstütztes Lernen)
-Web-basierte Zusammenarbeit (über Internet)
und Business TV (auf die Zielgruppe zugeschnittenes Fernsehprogramm)
Anwendung findet e-learning mittlerweile in klassischen Lerninstituten wie Schule/Hochschule/Aus-und Weiterbildung und politischer Bildung) aber auch in Unternehmen. Eine Studie [Trendstudie: e-Learning in Deutschland 2006/7 von Dr. L. P. Michel MMB Essen] kam dabei bzgl. der e-learning Anwendung in Unternehmen Deutschlands zu folgenden Kernpunkten:
1) Für die Anwendung von e-learning in Unternehmen reicht die moderne, neuartige Komponente der Methode und dazugehörige Technik allein nicht mehr aus. Vielmehr steht jetzt der direkte Nutzen von e-learning für das Unternehmen im Vordergrund (Effizienzmessung, Controlling).
2) KMU (kleine und mittlere Unternehmen) erschließen zunehmend den e-learning Markt, benötigen jedoch weiterhin die Unterstützung durch Politik und Gesellschaftskultur. Der Begriff Lernkultur wird nun auch bei richtungsweisenden kleineren Unternehmen in Zusammenhang mit e-learning gesehen.
Damit wird erkennbar, dass e-learning in seiner Anwendung von Anbietern und Nutzern mitbestimmt und weiterentwickelt wird, denn wer e-learnig nutzt und mit welchen Motiven und Zielen es angewendet wird, muss kontinuierlich analysiert werden, um auf dem flexiblen Markt des Internets “up to date” zu bleiben.